Schwerpunkt

Third Culture Kids

Zwischen den Welten zuhause

„Woher kommst du?“ – eine scheinbar einfache Frage. Und doch kann sie sich überraschend kompliziert anfühlen.

Vielleicht kennst du das: du zögerst einen Moment, bevor du sie beantwortest. Fragst dich, was genau gemeint ist. Deine Herkunft? Dein aktueller Wohnort? Der Ort an dem du aufgewachsen bist? Deine Nationalität? Und während andere mühelos antworten, spürst du, dass deine eigene Geschichte nicht in einen kurzen Satz passt.

Die Third Culture Kid (TCK) – Theorie von David Pollock und Ruth van Reken beschreibt Menschen, die als Kinder einen bedeutenden Teil ihrer prägenden Jahre außerhalb der Kultur ihrer Eltern verbracht haben. Aufgewachsen zwischen verschiedenen Ländern, Sprachen und Lebenswelten, entwickeln viele von ihnen eine ganz eigene Identität, eine „dritte Kultur“. Eine innere Mischung aus all dem, was sie erlebt haben. Diese Erfahrung verbindet sie oft mit anderen, die ähnlich aufgewachsen sind.

Dieses Aufwachsen kann ein großes Geschenk sein: Offenheit, Anpassungsfähigkeit, ein feines Gespür für Unterschiede und Verbindungen. Gleichzeitig kann es herausfordernd sein, zwischen den Welten zu leben. Denn oft bleibt ein Gefühl zurück, überall ein bisschen dazuzugehören und nirgends so ganz. Ein leiser Schmerz darüber, keinen eindeutigen Ort „Zuhause“ nennen zu können. Das kann innere Unruhe und Unsicherheit mit sich bringen.

Viele Menschen mit bewegter Biografie kennen dieses Gefühl. Anderssein wird dabei zu etwas Vertrautem und prägt die eigene Identität tief. Auch wenn es äußerlich kaum sichtbar ist, zeigt sich diese besondere Lebensgeschichte oft in einer differenzierten, vielschichtigen Sicht auf die Welt, die sich von der ihrer Peer Group spürbar unterscheidet.

Vielleicht hast du gelernt, dich schnell anzupassen. Stark zu sein. Weiterzugehen. Und vielleicht trägst du gleichzeitig Erfahrungen von Verlust, Entwurzelung oder Einsamkeit in dir. Manche Menschen entwickeln daraus eine große innere Zuversicht im Umgang mit Veränderungen. Andere erleben eher Zweifel, Zurückhaltung oder die Angst, nicht dazuzugehören.

Auch wenn wir es gewohnt sind, ein Leben hinter uns zu lassen und in ein neues einzutauchen, so haben wir doch dasselbe Bedürfnis wie alle anderen Menschen auch: Beziehungen aufzubauen, in denen wir lieben, und geliebt werden, uns auszukennen dort wo wir leben und unserem Leben eine Bedeutung zu geben.

In meiner traumasensiblen psychologischen Beratung darf all das da sein. Deine Geschichte mit all ihren Facetten. Deine Widersprüche. Deine Stärken und Ressourcen, aber auch all das, was sich unsicher oder suchend anfühlt.

Gemeinsam schaffen wir einen Raum, in dem du deine Erfahrungen besser verstehen kannst. In dem du erkennst, wie deine Erfahrungen dich geprägt haben. Und in dem neue Formen von Zugehörigkeit entstehen können – in dir selbst und in deinen Beziehungen.

Du musst deine Geschichte nicht vereinfachen, um dazuzugehören. Hier darf sie genau so vielschichtig sein, wie sie ist.

Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest, bist du herzlich eingeladen, mit deiner Geschichte zu mir zu kommen. Ich begleite dich achtsam auf deinem Weg hin zu mehr innerer Verbundenheit und einem Gefühl von Zuhause in dir.

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