Schwerpunkt
Boarding School Syndrom
Für ehemalige Internatskinder
Wenn Kinder oder Jugendliche im Internat aufwachsen, prägt sie diese Zeit oft auf besondere Weise. Das Leben im Internat unterscheidet sich stark vom Aufwachsen in einer Familie, in der Kinder zur Schule gehen, aber jeden Tag in ihr vertrautes Zuhause zu ihren Eltern, Geschwistern und Haustieren zurückkehren.
Für manche Menschen war die Internatszeit ein wertvoller Lebensabschnitt. Für viele war sie jedoch auch eine traumatische Erfahrung. Ehemalige Internatsschüler/innen haben oft unter Einsamkeit gelitten, Mobbing, psychische oder sexuelle Gewalt erfahren und mussten sehr früh lernen, allein zurecht zu kommen. Ex-Boarder entwickeln nicht selten später im Leben eine hohe Leistungsfähigkeit. Sie haben gelernt sich anzupassen, stark zu sein und Schwierigkeiten möglichst allein zu bewältigen. Gleichzeitig erleben Betroffene Schwierigkeiten mit Nähe und Vertrauen, einen ausgeprägten Perfektionismus, leiden unter Identitätsfragen, Depressionen oder Burnout.
Die britische Psychoanalytikerin Joy Schaverien hat diese Zusammenhänge intensiv erforscht und vor über 20 Jahren den Begriff ‚Boarding School Syndrome‘ oder Internatssyndrom geprägt. Damit beschreibt sie kein Krankheitsbild, sondern ein Muster von Symptomen, die bei Menschen mit Internatshintergrund häufig in ähnlicher Weise auftreten. Als ich auf ihre Arbeit gestoßen bin, war es für mich ein persönlicher Eye-Opener. Die einzelnen Puzzlestücke meines Lebens ergaben plötzlich ein Gesamtbild. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich mit dieser Erfahrung und all ihren Folgen nicht allein bin.
Vielleicht kennst du Fragen wie:
- Warum berühren mich bestimmte Erinnerungen noch heute so stark?
- Warum fällt es mir manchmal schwer, mich mit anderen Menschen wirklich verbunden zu fühlen?
- Warum tauchen Gefühle auf, die ich nicht ganz einordnen kann?
In der traumasensiblen psychologischen Beratung geht es darum, diesen Erfahrungen behutsam Raum zu geben. Du entscheidest selbst, was du erzählen möchtest, in welchem Tempo und in welcher Tiefe. Oft ist schon das erste vorsichtige Aussprechen von Erfahrungen ein wichtiger Schritt. Viele Internatsschüler/innen tragen ihre Geschichte lange Zeit allein mit sich. Du musst damit nicht allein bleiben.
Gemeinsam können wir:
- belastende Kindheits- und Internatserfahrungen besser verstehen und einordnen
- innere Muster erkennen, die sich daraus entwickelt haben
- Wege finden, mit schwierigen Erinnerungen oder Gefühlen sicherer umzugehen
- mehr Selbstmitgefühl und innere Stabilität im eigenen Leben entwickeln
Wenn du den Wunsch hast, deine Geschichte zu teilen oder behutsam an prägenden Kindheitserfahrungen zu arbeiten, bist du herzlich eingeladen, mit mir Kontakt aufzunehmen.
Themen in der Beratung
- Nähe & Vertrauen
- Perfektionismus & Leistungsdruck
- Einsamkeit & Trauer
- Selbstfürsorge lernen
Kontakt
Du musst diesen Weg nicht allein gehen
Oder direkt per E-Mail: kontakt@hanna-wassmann.de